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Vorgeschlagenes Unternehmensstrafrecht wird vom Bunderat nicht gekippt

Der von der Bundesregierung vorgeschlagene Gesetzentwurf zum neuen Unternehmensstrafrecht wurde vom Bundesrat mehrheitlich nicht abgelehnt, sondern mit Änderungswünschen an die Bundesregierung rücküberwiesen. Der Vorstoß von sechs Bundesländern zur Ablehnung war erfolglos. Compliance wird die zukünftige Präventionsmaßnahme für die Wirtschaft.

Der Bundesrat lehnt Unternehmensstrafrecht nicht ab. Bild: Bundesrat

Der Bundesrat hat sich heute ausführlich mit den Plänen der Bundesregierung befasst, durch Einführung eines so genannten Verbandssanktionengesetzes die Wirtschaftskriminalität wirksamer zu bekämpfen und das Vertrauen in die Integrität der Wirtschaft zu stärken.
Keine Generalablehnung, aber Kritik in der Sache
Die ursprünglich von zwei Fachausschüssen vorgeschlagene Generalablehnung des Entwurfs fand nicht die erforderliche absolute Mehrheit im Plenum. Stattdessen weist der Bundesrat in seiner ausführlichen Stellungnahme auf fachlichen Änderungs- oder Streichungsbedarf an verschiedenen Passagen des Regierungsentwurfs hin.
Kleine und mittlere Unternehmen nicht überfordern
Die Länder bitten die Bundesregierung um Prüfung, inwieweit die vorgesehenen Verbandsverantwortlichkeiten und Sanktionen für kleinere und mittlere Unternehmen verhältnismäßig ausgestaltet sind. An diese sollten deutlich weniger hohe Anforderungen zur Vermeidung von Verbandsstraftaten gestellt werden - schon aus Gründen der Bürokratievereinfachung.
Überlastung der Justiz vermeiden
Zudem bittet der Bundesrat die Bundesregierung, den verfahrensrechtlichen Teil des Entwurfs grundsätzlich zu überarbeiten: Ziel sollte es sein, das Sanktionsverfahren effektiver und weniger missbrauchsanfällig auszugestalten und hierdurch insbesondere einer drohenden Überlastung der Justiz vorzubeugen.
Was die Bundesregierung plant
Die Bundesregierung möchte mit dem neuen Verbandssanktionengesetz die Haftung von Unternehmenskonzernen regeln und erstmals eine eigenständige Grundlage für die Sanktionierung rechtswidriger Handlungen von nationalen und multinationalen Konzernen einführen.
Strafverfolgung nach dem Legalitätsprinzip
Die Strafverfolgung soll künftig dem Legalitätsprinzip unterliegen - also von Amts wegen eingeleitet werden. Behörden und Gerichten soll dafür ein „ausreichend scharfes und zugleich flexibles Sanktionsinstrumentarium an die Hand gegeben werden“, wie die Bundesregierung in der Entwurfsbegründung schreibt. Geplant sind unter anderem drastisch erhöhte Geldbußen bis zu 10 Millionen Euro und ein Sanktionsregister.
Compliance-Maßnahmen der Konzerne
Zugleich möchte die Bundesregierung Compliance-Maßnahmen fördern und Anreize dafür bieten, dass Unternehmen mit internen Untersuchungen selbst dazu beitragen, Straftaten aufzuklären.

 

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