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Der Austausch zwischen Politik, Behörden und Privatwirtschaft über Risiken, Abwehrmaßnahmen und Sensibilisierungsstrategien für die deutsche Wirtschaft muss verstärkt werden. Für dieses Ziel richtet der ASW Nord hochkarätige Veranstaltungen aus und ist überall dort vertreten, wo die Sicherheitsbranche zusammenkommt. Kommen auch Sie!

Veranstaltungen der ASW Nord

Sicherheitsgewerbe – der Branche wird es nicht leicht gemacht

„Nachwuchsgewinnung im Sicherheitssektor – Strategische Perspektiven für Polizei und Sicherheitsgewerbe“ so lautete der Titel des 2. Hamburger Sicherheitsrechtstag am 23. September im Hamburger Polizeipräsidium. Bei gleich hohem Beschäftigungsbedarf in der Wirtschaft bis 2030 ist jedoch eine hohe Arbeitskräftelücke zu erwarten. Das Sicherheitsgewerbe hat es schwerer als die Polizei, den Kräftebedarf der Auftragslage anzupassen. Um eine Wertediskussion und Attraktivitätssteigerung kommen beide Branchen nicht herum. Die ASW Norddeutschland war mit den Vorstandsmitgliedern Alexander Brückmann und Norbert Brilla sowie dem Pressesprecher vertreten.

Podiumsdiskussion Ausbildung Polizei, v.l.n.r.: Markus Hoch, Björn Wichmann, Eduard Goldade, Prof.Dr. Ines Mergel, Prof.Dr. Wim Nettelnstroth

Podiumsdiskussion Ausbildung Sicherheitsgewerbe, v.l.n.r.: Angela Hellberg, Dr. Harald Olschok, Dr. Berthold Stoppelkamp, Jens Müller, Markus Hoch, beide Bilder ASW Nord

In seiner Begrüßungsrede vor über 100 Teilnehmern machte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer die Leitlinien für die Tagung klar: Die hohe Messlatte für Berufseinsteiger bei der Polizei bleibe erhalten. Meyer sagte: „Wir machen keine Abstriche bei den Anforderungen für den Polizeiberuf. Wir werden zunehmend die Passgenauigkeit vom Bewerber zum Beruf prüfen.“ Sehr gute Bewerber werden in Personalentwicklungsklassen zusammengefasst - verbunden mit einer verkürzten Ausbildungszeit. Meyer weiter: “ Eine Wertediskussion in der Polizei scheint mir wichtig zu sein.  Die Werte des Bestandspersonals sollen mit den Werten der zukünftigen neuen Mitarbeiter verbunden werden.“

Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDSW, stellte fest, dass das Schutzbedürfnis der Wirtschaft und der Kommunen gleichbleibend sehr hoch ist. Die Sicherheitswirtschaft habe im ersten Halbjahr 2019 eine Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent erlebt. Trotz 2,4 Prozent Steigerung der Mitarbeiterzahlen auf aktuell 270.000 sind immer noch 12 Tausend Stellen nicht besetzt. Diesem Schutzbedürfnis zu entsprechen und die Qualität der Branche zu erhöhen sei das Ziel der Zukunft. Der BDSW habe auf der Mitgliederversammlung 2018 ein Strategiepapier mit einem Codex für die Sicherheitsbranche beschlossen. Dieses müsste der Öffentlichkeit verstärkt bekannt gemacht werden.

Einer der Höhepunkte war der Vortrag von Markus Hoch von der Prognos AG aus München, einem der „Think Thank“ dieser Republik, mit der Fragestellung: „Wie viele Nachwuchskräfte stehen im Sicherheitssektor bis 2030 zur Verfügung?“. In Deutschland wird bis 2030 das Arbeitsangebot vom heutigen Stand bestehen bleiben. Die potentielle Arbeitslücke von derzeit 1,4 Millionen wird sich aber auf 3,6 Millionen erhöhen. Daraus ergibt sich aus Berechnungen der Prognos AG:
* Die Sicherheitsbranche ist vom demografischen Wandel betroffen
* Das Qualitätsniveau geht weniger zurück
* In der Sicherheitsbranche dominieren die Quereinsteiger
* Die Entwicklung ist durch Attraktivitätssteigerung beeinflussbar.

Mit einem Klagelied auf die Bundespolitik überschrieb Prof. Rolf Stober von der Forschungseinrichtung FORSI sein „Up-Date“ zur Entwicklung eines geforderten Sicherheitsdienstleistungsgesetzes für die Sicherheitsbranche. Das Bundesinnen- sowie das Bundeswirtschaftsministerium versprechen viel, aber ob die Absichtserklärungen Bestand haben werden, bezweifelte er humorvoll. Seit dem ersten Sicherheitsrechtstag vor einem Jahr habe sich wenig getan und die Hälfte der Legislaturperiode ist bald erreicht.
Zu den strategischen Perspektiven des Sicherheitsgewerbes stellte Jens Müller, CEO vom größten deutschen Sicherheitsunternehmen Securitas und Leiter des BDSW-Landesverband Hamburg, fest, dass die Sicherheitsbranche sehr dynamisch sei und die Rahmenbedingungen verbessert werden müssen.

Zu seinem Missfallen nannte er als Beispiel die Hamburger Finanzbehörde, die für die Bewachung von Flüchtlingsheimen nur den gesetzlichen Mindestlohn bewilligt. Müller berichtete von außergewöhnlichen und zeitgemäßen Recruiting-Events seines Unternehmens, welche die junge Generation ansprechen. Auch er hält eine Wertediskussion und die öffentliche Verbreitung, wofür die Sicherheitsbranche in Wirtschaft und Gesellschaft steht, für die Zukunft erforderlich.

Aus dem Vortrag von Angela Hellberg von der Handelskammer Hamburg wurde deutlich, dass anhand der Zahl der Ausbildungsverträge der Berufszweig Servicekraft für Schutz und Sicherheit in Hamburg kaum nachfragt wird (1 Vertrag) und der Berufszweig Fachkraft für Schutz und Sicherheit stark rückläufig ist (81 Verträge).
Der dritte Sicherheitsrechtstag soll wieder im September 2020 in Hamburg stattfinden.

Einen ausführlichen Bericht der Akademie der Polizei Hamburg finden Sie unter dem Link: https://akademie-der-polizei.hamburg.de/konferenzen-tagungen/12985992/2-hamburger-sicherheitsrechtstag/

 

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